Wagenplatz Toter Winkel akut räumungsbedroht

Räumungsankündigung für den 07.07.16

Nach fast zwei Monaten, die wir jetzt hier am Ende des Parkplatzes Haslacher Weg wohnen, möchte das Kölner Ordnungsamt uns räumen.

In der Zeit, in der wir uns hier aufhalten, haben wir durchweg positive Resonanz und Unterstützung von Seiten der Nachbarschaft erfahren. Der Parkplatz, auf dem wir unseren Wagenplatz aufgebaut haben, ist riesig und war zuvor nicht als Parkfläche, sondern lediglich als Müllhalde genutzt, wie uns sowohl der Mühlheimer Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs sowie Herr Ullendhal vom Mühlheimer Ordnungsamt bestätigten. Die Stadt hat keine Pläne für diesen Ort und dennoch will sie uns von hier vertreiben.
Eine Woche wird uns gegeben, um uns nach alternativen Plätzen umzuschauen, die nicht städtisches Eigentum sind. Es ist unmöglich innerhalb einer Woche einen solchen Platz zu finden und mit den entsprechenden Eigentümer_innen in Verhandlung zu treten. Von städtischer Seite haben wir bislang keine Ausweichfläche angeboten bekommen.
Notdürftig werden irgendwelche Begründungen, mit denen sie ihre Räumungsankündigung rechtfertigen wollen, aus den Ärmel geschüttelt.

Unser Platz sei unansehnlich und vermüllt, sagte ein Organ des Ordnungsamtes und deutete auf unser Bauholz. Bevor wir diesen Ort bewohnten, lag ein riesiger Müllberg über den Parkplatz und die Büsche verteilt, den wir aufräumten und in Absprache mit dem Bezirksbürgermeister Herr Fuchs entsorgten.

Ein weiteres absurdes Argument der Ordnungsbehörde ist, dass es unhaltbare hygienische Zustände seien, da Lebensmittel Ratten anlocken könnten. Da uns diese Gefahr bekannt ist, haben wir präventiv gehandelt und unsere Lebensmittel rattensicher in Schränken und anderen verschließbaren Kisten verstaut. Als Gefahr Ratten anzulocken, sehen wir eher den Müll, der zuvor und nach dem wir hier verschwunden sein werden, abgeladen wird.

Dass manche von uns in die Wohnungslosigkeit rutschen werden, wenn wir von hier vertrieben werden, ist der Stadt egal. Mit Hohn verweist sie auf das Amt für Soziales und Senioren – Hilfen für Obdachlose. Wir haben hier einen Platz zum Wohnen, wir sind nicht obdachlos, doch die Stadt will uns obdachlos machen. So viele Menschen sind bereits wohnungslos in der Stadt Köln unterwegs oder werden auf Grund unbezahlbaren Wohnraums am Wohnen gehindert. Durch den Prozess der Gentrifizierung aus ihrem Wohnraum geklagt, vertrieben und geräumt.

Des Weiteren argumentiert das Ordnungsamt, dass sie durch Räumung unseres Platzes eine Nachahmung verhindern wollen. Hierzu sei gesagt, es gibt bereits eine Menge Wagenplätze in Köln, die ebenso wie unser Platz aus dem Stadtbild verdrängt werden sollen. Manche Plätze existieren bereits seit über zwanzig Jahren und haben ihr Umfeld kulturell bereichert. Die Geschichte des Wagenlebens geht bereits mehrere Jahrzehnte zurück und wird so schnell auch nicht zu Ende geschrieben sein. Viele Menschen wünschen sich ein Leben in einer solchen Gemeinschaft und werden sich von der Stadt von ihrer Art zu leben nicht abbringen lassen!